Was
sind eigentlich Bildagenturen?
Bildagenturen sind Organisationen oder Unternehmen, die sich
auf das Vermarkten von Bildern, das können Fotos, Illustrationen,
Kopien von Gemälden oder auch Standaufnahmen von Filmen (auch
footage genannt), spezialisiert haben.
In Deutschland gibt es im wesentlichen drei Arten von Bildarchiven:
1.) Gewerbliche Fotoagenturen, die das Bildmaterial von Fotografen
organisieren, aufbereiten und vertreiben. Der Fotograf wird
am Verkauf beteiligt (üblicherweise 50:50)
2.) Viele Fotografen schließen sich in Genossenschaften
zusammen, um nicht alleine ihre Bilder vermarkten zu müssen.
Dadurch ergeben sich Synergieeffekte (Kosteneinsparungen),
die z.B. für bessere Datenbanken oder Marketing benutzt
werden können. In Genossenschaften gibt es unterschiedliche
Modelle wie der Gewinn verteilt wird.
3.) In den letzten Jahren tauchen immer mehr Communities auf,
in denen Bilder ausgestellt und kommentiert werden können.
Neuerdings bieten die Betreiber dieser Communities an, das
externe die Bilder auch downloaden und verwenden können.
Für die Benutzung wird meist ein kleiner Betrag fällig,
der zwischen Betreiber und hochladendem Fotograf geteilt wird.
Entwicklungen auf dem Bildmarkt. Von den 1980ern bis heute
Bildagenturen gibt es bereits seit vielen Jahrzehnten. Bis in die 80er Jahre gab es vor allem kleine und mittelgroße Agenturen- große Fotoagenturen waren die Ausnahme und nicht die Regel. Dies änderte sich schlagartig in den 1980er Jahren: kapitalstarke Fotoagenturen fingen an, kleinere im großen Stil aufzukaufen. Aus diesem Konzentrations- und Fusionsprozess gingen im wesentlich drei Global-Player hervor: Getty, Corbis und Mauritius. Das Geschäft mit Bildern ist lukrativ, wenn man bedenkt, dass heute keine Zeitung, kein Magazin und auch keine Firmenbrochüre mehr ohne Bebilderung auskommt.
Im Gegensatz zu anderen Dienstleistungsbranchen arbeiten Bildagenturen hauptsächlich nicht mit Endkunden zusammen, sondern mit anderen Dienstleistern wie zum Beispiel Werbeagenturen, Redaktionen oder Marketingabteilungen von Unternehmen. Damit unterscheidet sich die Branche stark zu anderen „Kunst-Dienstleistern“ wie z.B. der Musikbranche, die hauptsächlich für den Endkonsument arbeitet und produziert.
Die Konzentrationsprozesse dauern bis heute an. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass eine kleine Agentur geschluckt wird. Doch auch die mittelständischen Fotoagenturen reagieren: sie schließen sich immer häufiger Bildagenturnetzwerken an oder gehen strategische Partnerschaften ein. So ist es nicht unüblich, dass das Fotoarchiv einer amerikanischen Bildagenturen über eine deutsche Partneragentur vertrieben wird und umgekehrt.
Kritiker bemängeln an dieser Entwicklung vor allem zwei Dinge: Erstens werden die Chancen für kleine Bildagenturen und freie Fotografen immer schlechter gegenüber der kaptialstarken Globalplayern. Zweitens fordern viele Bildagenturen von ihren Fotografen, dass das gelieferte Bildmaterial „international vermarktbar“ sein muss. Das bedeutet, dass auf den Bildern nicht erkennbar sein soll, aus welchem Land oder Kulturraum sie stammen. Vielmehr sind symbolische Bilder gefragt, die in jedem Kulturraum bekannt sind.
Ein Beispiel hierfür ist zum Beispiel der Hammer eines Richters. Dieser steht für einen Urteilsspruch oder einen Gerichtsprozesses und wird von vielen Kulturen als solches Symbol gedeutet. Deutsche Richter haben aber keinen Hammer. Trotzdem wird dieses Symbol in Zeitungen und Magazinen zur Bebilderung genutzt.
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